E-Bike Testkriterien

E-Bike Testkriterien

E-Bikes, Pedelecs und S-Pedelecs zu testen ist nicht immer einfach und manchmal hat man auch nicht die technischen Möglichkeiten entsprechende E-Bike Testkriterien aufzustellen. Zum einem gibt es viele verschiedene Fahrradgeometrien die über die Fahrradergonomie bestimmt wird. Möchte man lieber sportlich unterwegs sein, so kommt dann eher ein E-Mountainbike, E-Rennrad oder E-Crossbike in Frage. Ist man eher gemütlich auf der Strecke kommt eher ein E-Trekkingrad, E-Cityrad, E-Cruiser oder E-Faltrad in betracht. Man muss sich also vorher entscheiden was man möchte und wofür man sein E-Bike benutzt.

 

Unsere E-Bike Testkriterien

Wir geben zu, das wir nicht die technische Möglichkeiten haben um zu testen wie viele Kilometer eine Vorderradgabel aushält bevor sie bricht, oder wie viele Aufladezyklen der mitgelieferte Akku aushält. Jedoch können wir das Fahrrad sehen, fühlen und test fahren. Wir sehen dabei das Handling, die Laufruhe und ob generell die Technik etwas taugt. Auch können wir sehen welche Technik verbaut ist und anhand unsere Erfahrungswerte entscheiden ob die entsprechende Bauteilgruppe wie zum Beispiel Kettenschaltung oder Bremsen gut oder nicht so gut sind. Wir haben daher dazu entschlossen unsere E-Bike Testkriterien so fest zu legen das sie für jeden verständlich und auch erkennbar sind.

E-Bike Testkriterien im Überblick:

Fahrradrahmen
Der Fahrradrahmen ist im Prinzip das Skelett oder auch Gerüst des Fahrrades, und fast alle Baugruppen werden an ihm befestigt. Der Fahrradrahmen trägt das Gewicht des Fahrers und sollte ihm eine Stabilität beim fahren geben. Neben der Laufruhe und der Stabilität sollte die Bruchsicherheit ein wichtiges Kriterium sein. Hier haben wir unabhängig vom Fahrradtypes dazu entschieden auf Bauweise und Material wie etwa Stahl, Aluminium oder Carbon auch die wertige Verarbeitung zum Beispiel Schweißnähte zu prüfen. In diesem Bereich vergeben wir 100 Punkte und wenn ein Rahmenschloß oder ein anderer Antidiebstahlschutz dabei ist noch 5 Punkte zusätzlich. Gesamt 105 Punkte

Vorderradachse
Die Vorderradachse ist der Bereich womit wir lenken und der stark belastet wird, besonders je weiter wir unsere Sitzposition nach vorne verlagern. Je weiter wir diese nach vorne verschieben je schwieriger wird auch das lenken. Hinzu kommt noch die Steuerkopfwinkeleinstellung, welches die Verbindungsstelle von Lenkrad zur Vorderradgabel ist. Hier entscheidet sich ob ein Fahrrad leicht zu lenken ist oder ob es ein „flattern“ beim gibt. Dieser Winkel befindet sich in der Regel zwischen 70 und 75 Grad. Ein weiterer Punkt ist die Vorderradgabel die entweder gedämpft oder ungedämpft ausfallen kann. Beim Mountainbiken ist eine Dämpfung Normalität, wobei hingegen im Citybereich oder beim Rennrad oftmals ungedämpft sind. Ein weiteres unserer E-Bike Testkriterien ist die Bremsanlage, die je nach Preislage eine einfache Bügelbremse oder bei teureren E-Bike Modellen auch eine hydraulische Scheibenbremse sein kann. Wir  vergeben im Bereich Vorderradachse maximal 215 Punkte. Diese werden durch die einzelnen Untergruppen Lenker, Federgabel, Felgen, Bereifung, Bremse und Dämpfer zusammengeführt.

Tretlager
Das Tretlager überträgt die Kraft beim treten auf das Sproket oder auch Kettenblatt. Das Tretlager kann unterschiedlich sein und wir unterscheiden da drei verschiedene Arten des Tretlagers. So gibt es zum Beispiel das eher veraltete System des Keiltretlager, das schon mehr verbreitete Vierkanttrettlager und das Kompakttretlager. Natürlich müssen wir hierbei beachten wo der entsprechende Elektromotor eingebaut ist. Ist er zum Beispiel am Tretlager verbaut, prüfen wir ob ein anderes Sproket eingebaut ist als das was original vom Motorhersteller kommt. Sinn dieser Prüfung ist das wir merkten dass das Original Kettenblatt nicht immer das optimalste für das jeweilige E-Bike war. Auch achten wir dann darauf ob der Elektromotor geschützt gegen Schläge und andere Hindernisse ist. Dies betrifft dann aber mehr die E-Mountainbikes. In diesem E-Bike Testkriterien Bereich können maximal 100 Punkte erreicht werden.

Schaltung
Wir wollten es hier nicht unnötig kompliziert machen, denn die Schaltung kann ein Problem werden wenn der Elektromotor in der Mitte des E-Bikes eingebaut ist. Ist der Elektromotor in Vorderrad oder Hinterrad verbaut, ist es der Schaltung egal da diese abgekoppelt von einander funktionieren. Während hingegen Elektromotoren in der Mitte und Schaltung (Naben.- oder Kettenschaltung) miteinander harmonieren müssen. Generell kann man aber sagen das moderne gut eingestellte Markenschaltungen selten Probleme bereiten für Ottonormalverbraucher. Hier kann wieder 100 Punkte erreicht werden.

Hinterradachse
Die Hinterradachse bildet mit der Felge aus Stahl, Aluminium oder Carbon und der Bremse gemeinsam mit eventuell einem Dämpfer eine Einheit. Die Hinterradachse nimmt das meiste Gewicht beim fahren des Fahrers auf und sollte schwere Lasten tragen können. Wie auch beim Vorderrad ist hier eine Bereifung zu finden. Hier haben wir darauf geachtet das bei einem E-Mountainbike z.B. selbstreinigende Bereifung, ein Pannenschutz und Grip vorhanden ist. Sollte eine Beleuchtung dabei sein so soll sie zumindest mit modernen LEDs sein und nicht eine Glühbirne aus dem vorherigen Jahrhundert. Da wir hier wie auch bei der Vorderradachse mehrere Baugruppen haben wie Bremse, Felgen, Bereifung usw. vergeben wir hier auch maximal 215 Punkte.

Antriebsmotor und Batterie
Die Platzhirschen unter den Elektromotoren bei E-Bikes und Pedelecs sind Bosch, Samsung und Yamaha. Hier spielt eher eine Philosophie gegenüber dem Hersteller eine Kaufentscheidende Rolle, so unsere Meinung. Im Prinzip geben diese drei sich keine Blöße im Bereich Kraftübertragung. Diese betragen im Durchschnitt ca 70 Nm auf das Kettenblatt bei optimaler Schaltungseinstellung und Kettenblatt. Hier sollte man sich nicht von der Angabe der Leistung in Watt blenden lassen, diese sagen nicht immer was über die Kraftübetragung aus. 500 Watt Elektromotoren können einen schwächeren Antrieb haben als gute 250 Watt Elektromotoren. Bei der Batterie kommt es auf Bauweise und Kapazität an.  Lithium-Ionen-Akkus sind hier der Standard und je höher die Kapazität in Watt pro Stunde W/h ist, desto länger ist meist der Fahrspaß. Hier können 195 Punkte erreicht werden.

Zusammenfassung der E-Bike Testkriterien

Gesamt können 950 Punkte erreicht werden. Wie 950 Punkte? Da oben stehen aber nur 930 Punkte! Genau, denn auch der Fahrspaß, der Style des E-Bikes und Verarbeitung fließen in die Beurteilung ein.

Hier nochmal die Maximalpunktzahlen im Überblick:

  • Fahrradrahmen = 105 Punkte
  • Vorderradachse = 215 Punkte
  • Tretlager = 100 Punkte
  • Schaltung = 100 Punkte
  • Hinterradachse = 215 Punkte
  • Antrieb = 195 Punkte
  • Fahrspaß/Style = 20 Punkte

Gesamt 950 Punkte